Gartenbank


Da wuselt man jahrelang ums Haus und denkt man kennt jede Ecke des eigenen Gartens. Und dann passiert es, irgendwann steht man im Vorgarten und es fällt einem wie Schuppen von den Augen. An dieser bisher nicht beachteten Stelle, hat man einen wunderbaren Blick. Von da aus sieht man den Sonnenuntergang, dazu freier Blick auf Wald und Wiese. Wie konnte man das all die Jahre nur nicht bemerken? Fehlt nur noch einen Sitzbank.

Zum Baumarkt und eine Holzbank kaufen? Oder haben wir noch was, was man dort als Sitzgelegenheit hinstellen könnte. Irgendwas aus Holz wäre toll. Selbstgemacht, selbstverständlich. Nach einiger Überlegung reifte der Gedanke, ich könnte doch was aus Beton bauen, vielleicht in Kombination mit Holz. Irgendwo hatte ich da mal in einer Zeitschrift etwas ähnliches gesehen. Also eine halbe Stunde im Zeitschriftenarchiv gewühlt. Nix gefunden. Dann Google Bildersuche bemüht. Ausbeute, naja mangelhaft, nichts was mich spontan begeisterte. Da holte ich dann eben doch meinen Skizzenblock und versuchte es selbst.

Der Entwurf stand kurze Zeit später. Es folgte eine kurze Internetrecherche. Wie viele Liter ergibt ein Sack Betonestrich? Wie groß soll das Betonbauteil sein? Taschenrechner raus. Dann kommt noch ein Gedanke, es wäre cool wenn der Beton nicht hellgrau wäre, sondern dunkler. Internet sei dank sind Beton-Farbpigmente mit wenigen Mausklicks bestellt. 🙂 Abschließend noch zum Baumarkt und ein paar Bretter und einige Säcke Betonestrich organisiert. Und schon kann es los gehen. Zuerst baute ich eine Schalung. Im Grunde keine große Sache, einfach ein paar Bretter schön verschrauben und die Innenseite der Schalung mit etwas Öl einpinseln, damit der Beton sich leichter löst.

Nun folgt der körperlich anspruchsvolle Teil: Beton anmischen. In Ermanglung eines elektrischen Mischers machte ich das also per Hand, auf vier Etappen a 30 kg Beton. Nach 24 Stunden konnte ich das erste Bauteil vorsichtig ausschalen und dann gleich das zweite gießen.

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Zur Verschönerung, habe ich die Oberfläche der Klötze nach dem Ausschalen mit einer Messingdrahtbürste geglättet und die Kanten leicht gebrochen.

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Als beide Klötze standen fehlte nur noch die eigentliche Sitzfläche. Ich habe mich für Douglasie entschieden, im Baumarkt längten sie mir die Hölzer gleich ab und ich musste sie nur noch montieren.

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Dazu habe ich einfach ein paar Bolzen in den Beton geleimt und die Hölzer drauf gesteckt. Dank Schwerkraft hält das sogar. 😉

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Final gab es für die Beton Klötze ein Finish mit Öl, damit sie auch schön dunkel aussahen. Der Künstler entschied sich dann auch noch den linken Klotz mit einem aufgemaltem Motiv zu verzieren. Fertig.

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Fertig war unser neuer Sitzplatz. Ein wirklich sehr schöner Ort und die Aussicht von dort ist einfach toll. Ich werde dort sicher viel Zeit mit meinem Skizzenblock verbringen und über neuen Projekten brüten.

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